Haus der Berufsvorbereitung Solingen

Mit dem Projekt „Die Chance - Hauptschüler in Ausbildungsstellen“ ergreift die Lehrwerkstatt konkrete Maßnahmen gegen Nachwuchsmangel und Perspektivlosigkeit

Unternehmen klagen über mangelnden Nachwuchs und persönliche Defizite bei Bewerbern für Ausbildungsstellen. Hauptschülerinnen und Hauptschüler glauben, gegenüber anderen Bewerbern im Wettbewerb um die Lehrstellen im Nachteil zu sein und resignieren. Die Lehrwerkstatt will diesem negativen Trend entgegenwirken und eine konkrete Antwort auf Nachwuchsmangel und Perspektivlosigkeit geben. Deshalb hat sie Lehrwerkstatt im April 2008 ein in der hiesigen Region bisher einmaliges Projekt gestartet, mit dem Hauptschülerinnen und Hauptschülern eine Chance auf eine qualifizierte Ausbildung gegeben und der hiesigen Metall- und Elektroindustrie geeigneter Nachwuchs zur Verfügung gestellt werden soll.

Das Projekt wendet sich an alle Hauptschüler der Solinger Hauptschulen. Interessierte Schülerinnen und Schüler lernen Grundkenntnisse und Fertigkeiten für Metallberufe. Zudem werden ihre sozialen Kompetenzen, ihre persönliche Lebenseinstellung sowie Verantwortungs- und Selbstbewusstsein gestärkt. Von den Teilnehmern wird Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft erwartet. Können sie diese Eigenschaften unter Beweis stellen, dann winkt ein Ausbildungsplatz in einem anerkannten Metall- bzw. Elektroberuf.

Die Teilnehmer absolvieren freiwillig und neben dem Schulunterricht über etwa 10 Monate ein rund 450stündiges Programm in der Lehrwerkstatt. Dabei werden sie in angewandter Mathematik, Physik und Technologie unterrichtet und lernen in praktischen Übungen den Umgang mit Metall. Daneben erhalten sie Verhaltensschulungen und Bewerbungstrainings. Zusätzlich absolvieren sie ein dreiwöchiges betriebliches Praktikum. Die Unterrichtung wird jeweils freitags
(14:00 - 17.15 Uhr = 4 U.-Std.) und samstags (8.00 - 13.00 Uhr = 6 U.-Std.) in den Räumen der Lehrwerkstatt durchgeführt. Dozenten sind erfahrene Ausbilder, Unternehmer und Personalfachleute.

Das Projekt hat im April 2008 mit fünf Schülerinnen und 17 Schülern begonnen. Dieser erste Lehrgang endet im Februar 2009. In den Jahren 2009 und 2010 werden dann zwei weitere Lehrgänge veranstaltet, so dass über 60 Schülerinnen und Schüler das Schulungsprogramm nutzen können. Das Projekt soll nachhaltig wirken. Deshalb wird gegen Abschluss der dreijährigen Pilotphase über eine Fortsetzung des Projekts befunden werden. Dabei sollen auch Überlegungen angestellt werden, ob und wie das Projekt auf andere Berufsgruppen übertragen werden kann.

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